AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) - HIV


Symptome
Drei bis acht Wochen nach der Ansteckung können Fieber, Durchfall, Hautausschläge, grippale Beschwerden und auch Lymphknotenschwellungen auftreten. Die eigentliche Krankheit bricht erst nach Jahren aus. Dann ist das Immunsystem durch das HI-Virus so weit geschwächt, dass Infektionen aller Art sowie bestimmte Krebsarten wie das Kaposi-Sarkom leichtes Spiel haben. Erstes Anzeichen ist oft eine Pilzerkrankung des Mundes (Soor).

Ansteckung
Durch Scheidenflüssigkeit, Sperma, Blut. Kondome schützen zuverlässig. Am gefährlichsten ist ungeschützter Analsex, weil dabei häufig kleine Verletzungen entstehen, über die das Virus den Körper leichter entern kann. Auch Oralsex ist nicht ungefährlich. Ansteckung beim Küssen oder über gemeinsam benutztes Besteck ist nicht möglich, durch infiziertes Sexspielzeug, Rasierklingen und ärztliche Instrumente dagegen schon. Ungefährlich: der Stich einer Mücke, die zuvor an einem Infizierten gesaugt hat. „Das Virus kann sich in Mückenzellen nicht vermehren, da diesen der entsprechende Rezeptor fehlt“, sagt Professor Lutz Gürtler von der Uni Greifswald. „Und die am Stechrüssel haftende Blutmenge reicht nicht aus für eine Infektion.“

Behandlung
Ab der zweiten Woche nach der Ansteckung lassen sich Antikörper im Blut aufspüren. Sicher ausschließen kann man eine Infektion erst nach drei Monaten. Der Test wird grundsätzlich wiederholt, um Falschdiagnosen auszuschließen. Wer HIV-positiv ist, kann sofort mit der Medikamenten-Einnahme beginnen, muss es aber nicht. „Das hängt vom Zustand des Patienten ab“, so Thoma-Greber. Um diesen einzuschätzen, ermittelt man mindestens alle drei Monate die Viruslast und die Zahl der CD4-Zellen im Blut. Das sind die Immunzellen, die von den HI-Viren zerstört werden. Die Therapie umfasst immer drei oder vier Präparate, die die Viren in Schach halten sollen. Welche Kombination ausgewählt wird, hängt davon ab, wie sie der Patient verträgt und ob sie bei ihm wirkt. Die Tabletten müssen absolut zeitgenau eingenommen werden (alle acht bis zwölf Stunden) – sonst ist die Wirkstoff-Konzentration zeitweise zu gering, und die Erreger können resistent werden.

Neue Studie
Kürzlich hat eine Harvard-Studie unter Aids-Forschern für Aufsehen gesorgt. Danach schien das Immunsystem die Viren aus eigener Kraft in Schach halten zu können, wenn die Patienten innerhalb der ersten 180 Tage nach der Infektion eine hochaktive antivirale Behandlung (HAART) bekamen. Das Resultat gilt aber noch nicht als hundertprozentig gesichert.

Sonst noch was?
„Wenn man HI-Viren ausgesetzt war, scheint die sofortige Medikamenten-Einnahme das Ansteckungsrisiko deutlich zu verringern. Darauf deuten Erfahrungen mit medizinischem Personal hin, wenn sich jemand beispielsweise mit einem kontaminierten ärztlichen Instrument geschnitten hatte“, sagt Thoma-Greber. Wer einen infizierten Partner hat, sollte sich vom Arzt über die Postexpositionsprophylaxe (PEP) beraten lassen – falls zum Beispiel mal ein Kondom reißt. Aber: Die bloße Angst nach einem One-Night-Stand genügt nicht für ein Rezept. Außerdem hat das Ganze auch schwere Nebenwirkungen.